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1941 – 1945, Rudolfstraße 18

Franz Tschaff organisiert als Leiter der Abteilung „Arbeitereinsatz“ auch Arbeitsaufträge für ZwangsarbeiterInnen. Für den Bau der Luftschutzkeller setzt das Stadtbauamt KZ-Häftlinge ein.

1941 wurde im Linzer Stadtbauamt die Abteilung „Arbeitereinsatz“ eingerichtet, die der 1897 in Urfahr geborene Franz Tschaff leitete. Tschaff nahm als Mitglied des Steirischen Heimatschutzes am Heimwehrputsch in Graz 1931 teil. Als Mitarbeiter des Linzer Brückenamts hatte er ab 1938 eine wichtige Funktion beim Bau der Nibelungenbrücke inne – ihm oblag die Geräte- und Materialbeschaffung. Als Leiter der Abteilung „Arbeitereinsatz“ im Bauamt war Tschaff laut Prüfbericht für „Arbeiten für den Neubau der Stadt“ zuständig.

1942 organisierte er die Beschäftigung von 12.000 ausländischen Arbeitskräften bei Bauprojekten der Stadt Linz. Wie viele davon ZwangsarbeiterInnen waren und wie viele „Fremdarbeiter“, also Menschen, die in Erwartung guter Löhne freiwillig im „Deutschen Reich“ arbeiteten, lässt sich heute schwer feststellen.

Ab September 1944 war Tschaff zusätzlich für die Albert Speer unterstehende „Organisation Todt“ tätig, eine militärisch organisierte Bautruppe, die aus freiwilligen ZivilarbeiterInnen, ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangenen und später KZ-Häftlingen bestand. Tschaff starb beim letzten großen Luftangriff auf Linz am 25.4.1945.

Literatur:

RAFETSEDER, Hermann: „Ausländereinsatz“ zur Zeit des NS-Regimes. In: MAYRHOFER, Fritz; SCHUSTER, Walter (Hg.): Nationalsozialismus in Linz. Band 2. Linz 2001, S. 1107 – 1270.

Dokument:

Das Linzer Bauamt fordert in einem Schreiben vom 23. März 1945 Häftlinge des KZ Mauthausen als Arbeitskräfte für die Grabung von Stollen in Lungitz, einem Ort bei Linz, an. Die Stollen gelten als Test für die Errichtung von Luftschutzstollen in Linz.

Archiv der Stadt Linz, NS-Zeit, B29k: Häftlingseinsatz für Stollenbau in Linz.

Foto:

Altes Rathaus Urfahr, Sitz des Bauamtes. Undatiert.

Archiv der Stadt Linz