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1938 – 1945, Volksgartenstraße 18

83.000 Mitglieder zählen die NS-Frauenorganisationen in Oberdonau. Maria Sch., Leiterin der NS-Frauenschaft, seit 1932 illegales NSDAP-Mitglied, wird 1948 zu drei Jahren Haft verurteilt.

Schon wenige Wochen nach dem „Anschluss“ begannen oberösterreichische Nationalsozialistinnen intensiv um die Unterstützung von Frauen zu werben. So fanden Kundgebungen und Frauenversammlungen zu den „Aufgaben der deutschen Frau im neuen Reich“ statt, um die NS-Frauenorganisationen im Gau Oberdonau aufzubauen. Im Oktober wurde Maria Schicho, NSDAP-Mitglied seit 1932, von Gauleiter Eigruber zur Gaufrauenschaftsleiterin ernannt. Im Dezember 1938 waren bereits 83.000 Frauen in Oberdonau Mitglieder der NS-Frauenschaft bzw. des Deutschen Frauenwerks Oberdonau.

Ziel der NS-Frauenorganisationen war die Erziehung der Mädchen und Frauen gemäß dem NS-Frauenbild, das heißt in erster Linie die Erziehung zur Mutterschaft. Außerdem veranstalteten die Frauenorganisationen Schulungen zu „Volksgesundheit“ und „Rassenpolitik“, Hauswirtschaftskurse und Heimabende.

Nach Kriegsausbruch war auch die Sicherung der „Heimatfront“ Aufgabe der NS-Frauen: So sammelten sie Spenden für die Soldaten an der Front, ersetzten die Männer in den Rüstungsbetrieben und wurden gegen Ende des Krieges vermehrt als Wehrmachts- oder Flakhelferinnen eingesetzt. Es gab auch im Gau Oberdonau zahlreiche Frauen, die begeisterte Anhängerinnen der NS-Ideologie waren.

Literatur:

HAUCH, Gabriella: Frauen im Reichsgau Oberdonau. Geschlechtsspezifische Bruchlinien im Nationalsozialismus. Linz 2006.

KRAUSS, Marita (Hg.): Mitläuferinnen, Nutznießerinnen, Täterinnen im Nationalsozialismus. Göttingen 2008.

Dokument 1:

Illegaler Aufmarsch von NS-Frauen auf der Promenade vor dem „Anschluss“: Eine der Frauen zeigt den verbotenen „Hitlergruß“.

Archiv der Stadt Linz


Dokument 2:


Versammlung der NS-Frauenschaft 1939 im Linzer Redoutensaal.

Archiv der Stadt Linz

 

Foto:

Volksgartenstraße, Nr. 18 im Hintergrund. Um 1900.

Archiv der Stadt Linz