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1941 – 1945, Museumstraße 14

Geraubte Kunst bildet eine Basis für das von Hitler geplante neue Kunstmuseum. Heinrich J. Sch., Leiter der Kunstgeschichtlichen Abteilung am Landesmuseum, ist aktiv am Sammlungsaufbau beteiligt.

Der Kunsthistoriker Heinrich Justus Sch. war als Leiter der Kunstgeschichtlichen Abteilung des OÖ. Landesmuseums eine zentrale Figur der lokalen und überregionalen NS-Kulturpolitik. Sein Status als Mitarbeiter des „Sonderauftrages Linz“, des europaweiten Kunstraubes zur Errichtung des geplanten „Führermuseums“, bewahrte ihn vor dem Kriegsdienst und brachte ihn in engen Kontakt mit der Elite des „Deutschen Reiches“.

Nach 1945 berief sich S. auf seine „unpolitische“ Position als Kunsthistoriker und legte Beschwerde gegen seine Registrierung als Nationalsozialist ein: Er sei 1938 vorerst beruflich zurückgestuft worden und habe rassisch und politisch Verfolgten geholfen. Außerdem sei er nie Mitglied der NSDAP gewesen, er habe nur bei festlichen Anlässen ein geliehenes Parteiabzeichen getragen, um keinen Anstoß zu erregen. Untermauert wurden seine Angaben durch eine Unterstützungserklärung von Bürgermeister Koref. Seinem Einspruch gegen die Registrierung wurde stattgegeben, auch wenn die Behauptung, seine Karriere hätte unter dem Nationalsozialismus gelitten, angesichts seiner Ämter mehr als zweifelhaft ist.

Sch. schied 1949 als Vizedirektor aus dem OÖ. Landesmuseum aus und wurde 1952 Kunstkonsulent der Stadt Linz. Später war er wesentlich an der Gründung der Kunstschule in Linz beteiligt.

Literatur:

KIRCHMAYR, Birgit; BUCHMAYR, Friedrich; JOHN, Michael: Geraubte Kunst in Oberdonau. Linz 2007.

LÖHR, Hanns Christian: Das braune Haus der Kunst. Hitler und der „Sonderauftrag Linz“ – Visionen, Verbrechen, Verluste. Berlin 2005.

Foto:

Landesmuseum Francisco-Carolinum. Um 1917.

Archiv der Stadt Linz