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April 1945, Donaulände

Bei den „Todesmärschen“ kommen tausende KZ-Häftlinge auf Frachtkähnen nach Linz, um weiter ins KZ Ebensee getrieben zu werden. Viele kommen dabei ums Leben.

In der Endphase des Krieges wurden tausende KZ-Häftlinge angesichts des Vorrückens der Roten Armee aus den Vernichtungs- und Konzentrationslagern im Osten in Richtung Westen getrieben. Diesen „Todesmärschen“ fielen unzählige Menschen zum Opfer. Die begleitenden SS-Männer, aber auch Angehörige des lokalen Volkssturms und der Hitlerjugend töteten erschöpfte, kranke und schwache Menschen.

Viele dieser „Todesmärsche“ hatten Linz als Ziel, wobei „Linz“ in diesem Zusammenhang ein Tarnname für Mauthausen oder eines der Nebenlager war. Ein Überlebender eines solchen Todesmarsches schrieb in seinem Bericht: „Ich wollte nicht nach Linz gehen, da wir gehört hatten, dass damals Menschen dort verhungerten.“

In Mauthausen waren das Hauptlager und besonders das Zeltlager sowie das Krankenlager vollkommen überfüllt, was die Verbreitung von Epidemien begünstigte und die Sterblichkeitsrate rapid ansteigen ließ. Täglich starben mehr als 200 Menschen. Einige Häftlingsgruppen wurden auf Frachtkähnen auf der Donau nach Linz gebracht und von dort weiter nach Mauthausen oder Ebensee getrieben.

Schwache und kranke Häftlinge, die den Marsch nicht fortsetzen konnten, wurden getötet. So wurden am 19. April 1945 fünf Häftlinge von Angehörigen der Wachmannschaften in die Donau geworfen, weil sie zu schwach waren, um den Fußmarsch nach Ebensee anzutreten.

Literatur:

LAPPIN, Eleonore: Todesmärsche im Reichsgau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (Hg.): Oberösterreichische Gedenkstätten für KZ-Opfer. Eine Dokumentation. Linz 2001, S. 77 – 92.

MARSALEK, Hans: Die Geschichte des KZ Mauthausen. Wien 2006.

HAIDER, Siegfried; MARCKHGOTT, Gerhard: Oberösterreichische Gedenkstätten für KZ-Opfer. Linz 2001.

Foto:

Alter Hafen der Stadt Linz. Undatiert.

Archiv der Stadt Linz