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1944, Untere Donaulände 74

Josef T. formiert in der Tabakfabrik eine kommunistische Widerstandsgruppe. Er wird im KZ Mauthausen auf Befehl des Gauleiters kurz vor der Befreiung gemeinsam mit anderen hingerichtet.

Josef Teufl wurde 1904 in Wien geboren und erlernte den Schlosserberuf in der Lokomotivfabrik Krauss in Linz. In den 1920er Jahren wurde er Mitglied der KPÖ und nach deren Verbot 1933 illegaler Landesobmann von Oberösterreich. Nach den Kämpfen im Februar 1934, an denen sich Teufl beteiligte, wurde er verhaftet und teilte die Zelle mit dem Nationalsozialisten August Eigruber.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs baute Teufl ausgehend von der Linzer Tabakfabrik eine weitverzweigte kommunistische Widerstandsgruppe auf. Er agierte im Hintergrund, da ihm bewusst war, dass die Gestapo Kenntnis von seiner politischen Einstellung hatte. Eigruber, nunmehr Gauleiter von Oberdonau, versuchte 1943, Teufl zu überreden, eine Parteifunktion in der NSDAP zu übernehmen, was dieser jedoch ablehnte.

Am 9. September 1944 wurde Josef Teufl verhaftet und ins KZ Mauthausen gebracht. In einem Ende März aus dem KZ herausgeschmuggelten Brief erhofft Teufl für den 1. Mai das Ende der Nazi-Herrschaft. Ende April gibt Eigruber die Anweisung, führende Antifaschisten zu liquidieren. Teufl und 41 weitere oberösterreichische Antifaschisten werden im Zuge der letzten Vergasung im KZ Mauthausen am 28. oder 29. April hingerichtet.  Nach der Befreiung wurde eine Straße am Bindermichl nach Josef Teufl benannt.

Literatur:

ERTELT, Ingeborg: Meine Rechnung geht bis Anfang Mai. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Sepp Teufl (1904 – 1945). Grünbach 2003.

GANGLMAIR, Siegwald: Widerstand und Verfolgung in Linz in der NS-Zeit. In: MAYRHOFER, Fritz; SCHUSTER, Walter (Hg.): Nationalsozialismus in Linz. Linz 2002, S. 1407 – 1466.

Dokument 1:

Am 30. März 1945 schreibt Josef Teufl einen Brief aus dem KZ Mauthausen an seine Frau, er hofft auf ein „baldiges Wiedersehen.“ Wenige Tage vor der Befreiung wird Teufl hingerichtet.

KAMMERSTÄTTER, Peter: Teufl Josef, Manuskript 1984. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Bibliothek 14646.

Dokument 2:

Josef Teufl (links) mit Kollegen in der Linzer Tabakfabrik

KAMMERSTÄTTER, Peter: Teufl Josef, Manuskript 1984. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Bibliothek 14646. (Foto)

 

Foto: Tabakfabrik Linz. Undatiert.

Archiv der Stadt Linz