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1942, „Aphrodite-Tempel“ Bauernbergpark

Die „Aphrodite“ wird von Kunststudierenden im Mai 2008 verhüllt, um daran zu erinnern, dass sie ein Geschenk Hitlers an Linz war. Die Stadt Linz entfernt daraufhin die Statue.

Die „Aphrodite“, ein Werk des mecklenburgischen Bildhauers und NSDAP-Mitglieds Wilhelm Wandschneider, war Hitler bei einer Kunstausstellung in München 1940 aufgefallen. Er kaufte sie, stellte sie in der Berliner Reichskanzlei auf und ließ für seine „Patenstadt“ Linz einen Bronzeabguss anfertigen, um diesen der Stadt zu schenken und im Rundtempel im Bauernbergpark auf der Gugl aufstellen zu lassen. Dies geschah im April 1942 in einem formlosen Akt, Bürgermeister Dr. Leo Sturma schickte Hitler ein Danktelegramm.

Jahrzehntelang stand dieses Geschenk Hitlers an Linz unbeachtet im Säulenpavillon im Bauernbergpark. Im Mai 2008 machte eine Gruppe junger Kunststudierender im Rahmen des Projekts „Hohlräume der Geschichte“ auf diese Statue aufmerksam. Sie verpackten die „Aphrodite“ in eine Holzkiste und versahen diese mit der Aufschrift „Linz, 18. April 1942. Die Plastik auf der Gugl soll formlos enthüllt werden. Der Führer übergibt sie der Stadt Linz als Geschenk. Linz, 13. Mai 2008. Die Plastik auf der Gugl wird formlos sichtbar gemacht.“ Die Statue wurde daraufhin im Auftrag der Stadt Linz entfernt. Sie befindet sich nun im Depot des Linzer Stadtmuseums.

Literatur:

KIRCHMAYR, Birgit (Hg.): ‚Kulturhauptstadt des Führers‘. Kunst und Nationalsozialismus in Linz und Oberösterreich. Linz 2008.

FRIETSCH, Elke: Kulturproblem Frau. Weiblichkeitsbilder in der Kunst des Nationalsozialismus. Köln, Wien 2006.

Dokument:

Ratsherrenprotokoll der Stadtratssitzung vom April 1942. Ein Tagesordnungspunkt ist die Übernahme der Aphrodite-Statue als Geschenk Hitlers an seine „Patenstadt“.

Archiv der Stadt Linz, Ratsherrenprotokolle 1942.

Foto:

„Aphrodite-Tempel“, Bauernbergpark. 1942.

Aus: Oberdonau, Querschnitt durch Kultur und Schaffen im Heimatgau des Führers. Folge 4, 2. Jg., Dezember 1942