English versionDeutsche Version
Search
   

1943 – 1945, Landestheater Linz

Franz Léhars „Land des Lächelns“ feiert Publikumserfolge. Der jüdische Librettist des Stücks, Fritz Beda-Löhner, bleibt ungenannt. Er ist am 4. Dezember 1942 im KZ Auschwitz ermordet worden.

Am 12. Februar 1943 feiert Franz Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ Premiere am Linzer Landestheater. Die Behörde des Reichsstatthalters rühmte sich in einem Brief an ihre eingerückten „Gefolgschaftsmitglieder“, dass die Inszenierung „von keiner Großstadt besser gezeigt werden kann“ und formulierte die Hoffnung, dass viele „Frontkameraden bei ihrem Urlaub Gelegenheit haben, diese hervorragende Leistung unseres Landestheaters zu sehen“.

Die Spielpläne der deutschen Theater folgten zu jener Zeit den Vorgaben der NS-Ideologie. Jüdische AutorInnen durften nicht aufgeführt werden, andere waren aus politischen Gründen nicht mehr erwünscht.

Der Librettist des gefeierten Stückes „Das Land des Lächelns“, Fritz Beda-Löhner, wurde auf dem Theaterzettel nicht genannt. Er war wegen seiner jüdischen Abstammung bereits im März 1938 verhaftet und im Herbst nach Buchenwald deportiert worden, wo er gemeinsam mit Hermann Leopoldi das „Buchenwald-Lied“ schrieb. Fritz Beda-Löhner wurde 1942 in Auschwitz ermordet, seine Frau und seine beiden Töchter in Maly Trostinec.

Literatur:

THUMSER, Regina: Dem Provinzstatus entkommen? Das Linzer Landestheater in der NS-Zeit. In: KLÜGL, Michael (Hg.): Promenade 39. Das Landestheater Linz 1803 – 2003. Salzburg, Wien 2003, S. 91 – 132.

THUMSER, Regina: ‚Land des Lächelns‘? Operette in Oberdonau. Franz Lehár, Friedrich Beda-Löhner und Richard Tauber. In: KIRCHMAYR, Birgit (Hg.): ‚Kulturhauptstadt des Führers‘. Kunst und Nationalsozialismus in Linz und Oberösterreich. Linz 2008, S 241 – 243.

Dokument:

Fritz Beda-Löhner schrieb den Text des „Buchenwaldliedes“. Ursprünglich ein Auftragswerk für die SS, gewann es rasch eine große Bedeutung für die Häftlinge. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 7199.   Franz Lehár mit seinen Librettisten Fritz Beda-Löhner und Ludwig Herzl. Undatiert.

Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv Austria