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1944, Landhaus

Elmira Koref ersucht Gauleiter Eigruber vergebens um die Freilassung ihres inhaftierten Mannes. Ernst Koref wird am 7. Mai 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht als Bürgermeister eingesetzt.

Der Lehrer und ehemalige sozialdemokratische Nationalratsabgeordnete Ernst Koref wurde, wie viele andere Oppositionelle, nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verhaftet und im Polizeigefängnis in der Mozartstraße eingesperrt. Seine Frau Elmira Koref bemühte sich gemeinsam mit einer Freundin, deren Mann ebenfalls verhaftet worden war, um einen Termin bei Gauleiter Eigruber. Elmira Koref erklärte dabei, dass ihr Mann nichts gegen das „Dritte Reich“ unternommen hätte. Eigruber beschied ihr, dass die Verlegung Korefs nach Dachau bereits verfügt worden sei.

Am 14. September 1944 wurde Koref jedoch tatsächlich entlassen, nachdem er bei der Gestapo eine eidliche Erklärung abgeben hatte müssen, sich nicht politisch gegen das „Reich“ zu betätigen. Seine Bekanntschaft mit dem damaligen Oberbürgermeister Langoth dürfte seine Freilassung ermöglicht haben. Aus Angst vor Verfolgung – Koref war ein bekannter Sozialdemokrat – hielt sich Koref während der NS-Zeit von politischen Aktivitäten weitgehend fern. Nach der Befreiung wurde er von der amerikanischen Militärbehörde als Bürgermeister von Linz eingesetzt.

Literatur:

KOREF, Ernst: Die Gezeiten meines Lebens, München 1980.

Dokument:

Auszug aus einer von der Gestapo erstellten Liste namhafter Linzer SozialdemokratInnen. Mitteilung der Gestapo Linz an die Gestapo Berlin vom 16. August.1938.

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 3678.

Foto:

Promenade, Landhaus. Undatiert.

Archiv der Stadt Linz